DasRockt! Magazin

Bring Me The Horizon – 10.11.2015 – Berlin

tiz 11. November 2015 Konzertberichte

Bring Me The Horizon
+PVRIS & Beartooth

10.11.2015 – Berlin, Huxleys neue Welt

Mit einer Gesamtgröße von 1.90m hat man auf einem Metalcorefkonzert zumeist gute Sicht. Das in dem ausverkauften Huxleys, es doch drei Ü200cm Burschen schaffen, mir die Sicht auf die Bühne zu nehmen, war dann doch eher ein schlechter Scherz. Der ausverkaufte Laden wirkte nicht überfüllt, kann aber daran liegen, dass der geneigte Metalcorefan weniger Platz wegnimmt, als der hiesige Metaller oder Skinhead. Den Anfang machten Beartooth aus Ohio. Der Opener ging gleich flott in die Beine und blieb bis zum letzten Song – “Body Bag”, beinah der einzige nennenswerte Höhepunkt. Vielleicht dem Alter geschuldet, vielleicht aber auch der nicht gänzlichen Zuneigung des Genres, waren die stärksten Momente in den Liedern doch ganz klar die Cleanvocalpassagen. Würde man hier von den Growls absehen und eher zum aggressiveren Gesang tendieren ala Five Finger oder Pantera, würde das der Band besser zu Gesicht stehen. Positiver Nebenaspekt: Es dauerte doch ganze fünf Songs, bis zum ersten Mal das Wort “Circlepit” genannt worden ist. Unterm Strich: Ein guter Opener (also die Band), mit Luft nach oben, einem fantastischen Schlagzeuger (das kleinste Drumset das ich in den letzten Jahre live sah!) und Potenzial.

Für jmd. der den ganzen Tag nur auf Schreie, umkippende Mädels und Haare über’s halbe Gesicht vorbereitet war (immer diese Vorurteile), bekam ich bei PVRIS doch einen kleinen Kulturschock. Die Electro-Synthpop-Post-Hardcoreband (bitte noch ein mal in Ruhe lesen!) aus den Vereinigten Staaten kommt mit einem stimmgewaltigen Goldkehlchen daher. Tiefe Gitarren, ein Schlagzeuger der eine absolute Show an den Drums zelebriert, Synthies, Keyboardpassagen und eben die Stimme von Sängerin Lyndsey. Wenn die Band nicht mal ganz groß rauskommt, bin ich echt überrascht. Einzig am Stageacting müsste die Dame noch ein bisschen feilen, der Rest klingt einfach nur “groß”. Sicherlich keine Musik für Massen, doch versprüht der Sound und das Auftreten, plus Melodien, einen ganz besonderen Charme der einfach nach “mehr” klingt. Diese Art der Musik hab ich nicht erwartet im Vorprogramm von BMTH. Lohnt sich sicherlich die im Auge und Ohr zu behalten.

Als dann Oli Sykes und seine Mannen auf die Bühne kamen, und das obligatorische Blitzlichtgewitter der Smartphonegeneration ihr Ende fand, wurde die komplette Halle zum Hexenkessel. Eine fette LED-Leinwand im Hintergrund war perfekt auf die Bühnen- und Lichtshow der Jungs abgestimmt und sorgte für interessante Effekte. Ganz großes Kino! Dazu ein wirklich fetter Sound der das Gesamterlebnis perfekt abgerundet hat. Und die Band? Für mich klar die beste Show, die ich bislang von BMTH gesehen habe. Sechs Songs spielte man vom aktuellen Album “Thats The Spirit”, ganze fünf von “Sempiternal”. Klares Plus für mich, da ich Fan der letzten drei Alben bin und die musikalische Entwicklung positive sehe. Das beim einzigen „alten Song“ – Die Rede ist von „Chelsea Smile“- aber mit am Meisten die Post abging, kann auch ich verstehen. Am Ende hieß es noch mal “Stresstest” für die Security, als Sänger Oli meinte, dass er mit allen gerne abklatschen würde, man aber bitte bei ihm vorbei kommen möge. Lobend muss man auch hier erwähnen, dass er sich redlich Mühe gegeben hat, so viele Hände zu schütteln wie es ging von den Crowdsurfern. Dreizehn Songs spielte der Headliner, Circlepits, Wall-of-Death’s, dazu zwei interessante Vorbands und schreiende Mädels die scheinbar direkt in meinem Kopf gestanden haben müssen. Alles in Allem ein wirklich guter Abend.

Setlist Bring Me The Horizon

Doomed
Happy Song
Go to Hell, for Heaven’s Sake
The House of Wolves
Chelsea Smile
Throne
Shadow Moses
Sleepwalking
True Friends
Can You Feel My Heart
Antivist
Blessed with a Curse
Drown

 

Setlist PVRIS

White Noise
Fire
My House
Holy
St. Patrick
Mirrors

 

Setlist Beartooth

The Lines
Relapsing
Dead
In Between
I Have a Problem
Beaten in Lips
Body Bag

About The Author

tiz

Chefredakteur und Mitbegründer des Heftes. Verantwortlich für jedes gedruckte Wort und die inhaltliche Ausrichtung des Magazins sowie Bandbetreuer auf dem Ehrlich & Laut Festival

Comments are closed.