DasRockt! Magazin

Beach Flair 2015 – Tag 1

tiz 1. Oktober 2015 Konzertberichte, Online-Exklusiv

Tag 1 – 31.10

Kalt ist es. Der schmale Grad zwischen Akzeptanz, dass der Sommer endgültig vorbei sei und der Ignoranz, dass man eben jenen noch nicht für beendet erklärt Foto 2hat, ist einer dicken Regenjacke gewichen. Man könnte meinen das man am Horizont Ned Stark vermutet, welcher einen an den kommenden Winter erinnert, sieht. Es wird Zeit das Land zu verlassen. Deutschland ist zu kalt, also geht es mit vielen Leuten ab in die Toskana.

Eigentlich ist es wie immer. Frei.Wild rief und die Anhänger kamen. Stundenlange Fahrten, Flüge und der ein oder andere Pegel wichen einer kleinen Ernüchterung an der Rezeption des Resorts. Viele haben scheinbar nicht das Kleingedruckte gelesen, was aber auch eigentlich nicht so klein geschrieben oder gar versteckt war, und waren erbost darüber das aus einem gebuchten Einzelzimmer nun ein Doppelzimmer mit unbekannten Leidgenossen werden kann. So kam es natürlich. Deutsche Unverständnis trifft dann auf italiensches Brockenenglisch oder leicht gestresste Reiseleiter.
Zumindest konnte ich dies beobachten, während man eifrig versuchte rauszufinden über wen ich die Reise „gebucht“ hatte. Schon blöd wenn man alles mündlich abspricht, 1400km von daheim ist und es partout nichts Schriftliches gibt. Eine Stunde später, gegen 16h, wurde das „Chalet“, also unsere Hütte dann von uns eingenommen. Chic, steht auf dem Hausnummernschild und irgendwie trifft dieses Wort eigentlich auch meine Unterkunft. Warum da aber ein Fernseher in der Küche/dem Durchgangszimmer steht, wo weder Tisch noch Stuhl sind ist mir recht schleierhaft. Auf dem Schildchen steht noch etwas anderes: „Blue Zone“. Die Blauzone. Erinnert schwer an die Bonkers, aber die sind ja nicht hier. Trotzdem wollten wir uns auch diesem Wort annehmen und leerten die ersten Bierchen.

Das Wetter lag so bei 22 Grad, Sommer ist anders, aber für Dreiviertelhose reicht es locker. Meckern dürfen andere, wir haben Urlaub. Mit Wegbier bewaffnet ging es dann zum Pool, wo Gott und die Welt angetroffen wurde. Aus antreffen, wird anstoßen und aus spät wurde irgendwann pure Finsternis. Mr. Daniels hat sich mal wieder von seiner leckeren Seite mir gezeigt und so gibt es sicherlich die eine oder andere Gedächtnislücke.

Es wurde mit Spit.Fire gemeinsam zu Abend gegessen, welche unfassbar viel Blödsinn reden können, den ich nur zu gerne zu Papier fördern würde. Aber man kann sich ja nicht immer alles merken. Vielleicht auch besser so. Eine halbe Ewigkeiten mit Herrn Jailbreak durch das Resort getigert, auf der Suche nach seinem Foto 3bzw. meinem Kabuff, auf der wichtigeren Suche nach neuen Getränken. Man vermutete hinter jedem Häuschen einen Veloceraptor, da diese Dörfchen aus Holzhütten so extrem nach Jurassic Park aussieht, dass man beim Kacken leichte Befürchtungen hat, vom einem T-Rex gefressen zu werden. Wieder zurück am Pool gab MUTZ den musikalischen Einstand in das Beach Flair. Mit Akustikklampfe bewaffnet, einer gigantischen Portion an Charisma und Charme im Gepäck, coverte er sich durch das eine oder andere Liedchen. Sehr gekonnt. Gab zu Recht ordentlichen Beifall. Das Set war leider viel zu früh vorbei, denn der Bursche hätte, dürfte und sollte (zumindest aus meiner Sicht) ruhig seine drei Stunden auf dem Schemel hocken bleiben. Reicht ja wenn der Blödsinn redet, falls ihm die Griffel schmerzen. Was der von sich gibt ist einfach nur witzig.

Danach hieß es Konservenmucke Feuer frei. Evil Jared stand an den Reglern und machte mit seinem ersten Song gleich mal eine klare Ansage wohin das hier Foto 5musikalisch führt. System of a Down, Rammstein, Metallica. Da kennt jemand sein Pubikum (und meinen Geschmack). Irgendwie zwischendurch versuchten Spit.Fire und andere Menschen den Strand, der sich zur später Stunde im festen Griff der Security befand, zurückzuerobern. Erfolglos. Scheinbar wollte man nicht das wir an den Strand gehen. Heißt also wer sich abends ertränken oder nackt erfrischen will, muss dies wohl im Pool tun. Nacktbaden ist somit verschoben. Immer wieder schön, wenn man im Ausland ist und man eine Diskussion führt, wie schnell man plötzlich kein Englisch mehr kann. Aber man ließ sich den Spaß nicht versauen, immerhin schmeckte das Zeug aus den Bechern mal wieder sehr gut und Evil Jared knallte Hits und Gassenhauer am Stück raus.

Leider war auch hier irgendwann Feierabend und neben zahllosen Gesprächen, mit vielen Menschen die man ewig nicht wiedersah bzw. schon lange nicht mehr so „arbeitslos“ und in Ruhe mit reden konnte, habe ich die Nacht damit verbracht eine Breiten- und Längenmessung des Geländes zu unternehmen. Die Wege sind aber auch breit gewesen auf meinem Heimweg. Nur wo war der?! Und wo war ich?! Irgendwann, irgendwie hab ich es geschafft aus dem, umzäunten, Gelände zu flüchten und war also Schütt gegangen. Zu meinem Glück haben Leute meine Bewegungen irgendwie wahrgenommen, so dass man mich einfing, auf eines dieser kleinen Wagen setzte mit denen man Koffer chauffierte und mich zu meiner Residenz zurückfuhr.

Ein Einstand nach Maß somit!

Heute pisst es leicht. Aber ich hab das Gefühl … schmecken tut es auch schon wieder.

Ach und sorry, mehr Bilder schießen ging nicht. Aber man möge es mir nachsehen

Euer Toskana Tiz

About The Author

tiz

Chefredakteur und Mitbegründer des Heftes. Verantwortlich für jedes gedruckte Wort und die inhaltliche Ausrichtung des Magazins sowie Bandbetreuer auf dem Ehrlich & Laut Festival

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