DasRockt! Magazin

With Full Force 2016 – Tag 3

Chris 5. Juli 2016 Konzertberichte, News, Online-Exklusiv

Letzter Tag auf dem diesjährigen WFF und den Tagesauftakt machten im Zelt die Essener Modern Metalcore Truppe “To The Rats And The Wolves”. Scheinbar sind die Opener Slots entweder gut besetzt, denn auch an diesem Tag ist das mal wieder ordentlich voll.
Zwei Sänger, viel Dankbarkeit und Makeup, sowie reichlich Stimmung. Feiner Start in den Festivaltag um die Müdigkeit aus den Beinen zu tanzen und die Arme freizuschütteln.
Mit “Eiffel 65’s – Blue” als Intro war unser Humor schon mal befriedigt. Ging aber nicht allen so.

Es folgte der Auftakt auf der Main Stage und da hieß es “Gutalax”. Die tschechen hatten für eine ganze Weile an diesem Tag absolutes Oberwasser, was die Besucherzahlen angeht. Circle Pits, Pogo …und das alles zu Gegrunze. Also wirklichem Gegrunze! Mit ihrem “animalischen Gesang”, den in Brockenenglisch vorgetragenen Ansagen, hatte man reichlich Lacher auf ihrer Seite. Auch sowas brauch mal ein Festival! Die Tonnen Klopapierrollen, die man während der Show noch von der Bühne warf permanent, waren noch bis zum großen Regen, ein paar (fünf!) Stunden lang flächendecken vor der Bühne massiv verteilt.

Kurzer Dienstweg: Ab zur “Metal Hammer Stage” und den Anwärter “Newcomer des Jahres” mal anschauen. “Arktis” aus Hannover. Metalcore auf Deutsch, interessante Melodien, jung wirkend, druckvoll und gut ambitioniert. Ob man jetzt K.I.Z. “Hurra, die Welt geht unter” covern muss (mit Henning May sich stimmlich zu messen grenzt an ein Ding der Unmöglichkeit), sei dahingestellt, textsicher (auch im Sinne des Gesangvortrags) präsentierte sich Sänger Benny allemal. Auf Spotify gefielen uns die Jungs auf Anhieb, so das wir uns dann noch später zum Interview trafen. Junge Leute muss man ja unterstützen!

Weiter ging es mit “The Real McKenzies”, die den heutigen bunten Mix an Genres von der Hauptbühne aus, weiter vorantrieben bewiesen gleich Mal Humor und Sänger Paul klärte bereits von Beginn an, was sich eh alle fragten. “Hat der ‘ne Schlüpper an unterm Rock?” – Zack, Rock hoch. “Nein! – Aha”. Leider wurde es nicht mehr ganz so voll vor der Hauptbühne, was aber an den großartigen Bands “Beartooth” und “Bury Tomorrow” im Zelt zu verdanken hat, die ihre jeweiligen Ambitionen grandios unterstrichen!

Es folgten ein paar dienstliche Angelegenheiten, so dass wir “Legion of the Damned” nur eher mit einem halben Ohr wahrnahmen und erst zu “John Coffey” wieder unterwegs waren. Die YouTubeKönige kamen mit reichlich Dampf auf die Bühne und bewiesen, dass man um Erfolg zu haben nicht gerade GNTM sein muss. Mut zum OLIBA haben aber eindeutig alle mittlerweile! Die 70iger kommen scheinbar zurück. Fix ging es dann noch rüber wieder zur Hauptbühne (ja wir sammelten gut Kilometergeld die Tage) um dort dann “August Burns Red” zu bestaunen.

Die (nennen wir es mal) Progmetalcoretruppe aus den Staaten gab hier ihre letzte Festivalshow für den Sommer in Europa und bot ein amtliches Programm den Fans an. Der großteil des Sets bestand aus Songs vom aktuellen Album “Found in Far Away Places”. Mr. Brubaker fiedelte neben diversen Solis auch tolle Melodien daher und Rampensau Jake tanzte über die Bühne während er pantomimisch die Songstrukturen nachzeichnete in den Himmel. Dazu sein permanentes Mikrofongeschleuder. Der hat reichlich Spaß in den Backen. Hoffen wir nur mal, dass nie wer das Mic in die Schnauze bekommt von der Band …oder mal das Kabel reißt! Ein tolles Set, super Stimmung, schönen Urlaub der Band!

Punkrockklassiker gefällig? Dafür wären “Bad Religion” doch eigentlich prädestiniert für!
Doch, bei allem Respekt, nach einer derartigen musikalischen Dampfwalze, die zuvor über das Infield hinweg brach, wirkte die Kapelle um Greg Graffin wie eine musikalische Vollbremsung. Während die Band noch relativ tempomäßig was abliefern konnte, wirkte vorallem der Gesang zu ruhig, zu besonnen und mit fehlender Energie. Das war leider nix und das ältere Herrschaften noch reichlich Feuer im Arsch haben, bewiesen gestern ja “Cock Sparrer””. Vielleicht lag es aber auch an dem heftigen Platzregen der vorallem “VARG” auf der MH-Stage in die Parade fuhr, dass Bad Religion nicht recht aus dem Knick kamen?! Möglicherweise wird’s beim nächsten Mal besser also.

Wenn wir schon bei Punk-Rock-Helden sind…
Im Zelt stieg die Temperatur dann nochmal auf Sidepunkt.
Anti-Flag wussten, wie man das Puplikum zum mitmachen animiert.
Und wenn das halbe Zelt sich zum rudern hinsetzt und ein mega Circle-Pit aufgemacht wird, weist du, du hast alles richtig gemacht.
Mit einer perfekten Setlist aus alten und neuen Songs, hatte man stets alles im Griff.
Auch Sound-Technisch war das definitiv Headliner würdig.
Eine glatte 10 also für den Auftritt der Jungs aus Pittsburgh.

Parallel spielten “Trivium” auf der Hauptbühne, welche Anfangs mit leichten Tonproblemen zu kämpfen hatten. Persönlich seit Jahren nicht mehr gesehen, war die gesangliche Bandbreite von Frontmann Matt Heafy doch mehr als überraschend. Zwischen Core-Growls und M.Poulsen-Hochtonstimmlagen, bot der, noch immer jungwirkende, Metalhead eine famouse Gesangspalette. Die neueren Songs scheinen bei den Fans auch fast besser anzukommen als die “Ascendency” Zeit, aber egal was die Band auch spielte, jeder Song wurde abgefeiert. “Heads banging, asses Shaking, body moving” wirkte irgendwann aber zu häufig bei den Ansagen zu platziert und leider mehr einstudiert als alles andere. Nichts desto trotz: Gute Show die reichlich spaß gemacht hat, mit einer schönen Bühnendeko!

Headlinerzeit! Abriss! Endlich hieß es “Five Finger Death Punch”. Soundtechnisch tiptop, gut aufgelegt sowieso und wohl die erste Show wo Mr. Moody kein Deutschlandtrikot anhatte! Ein Hit-Feuerwerk sondergleichen zelebrierten die Mannen aus Las Vegas und so ist es auch nicht verwunderlich das 13 Songs, darunter Akustik- sowie Accapellaeinlagen, im Handumdrehen vorbei waren. Bei der Masse an großartigem Songmaterial würde die Kapelle auch stets eine zweistündige Show locker hinbekommen. Es wurde geklatscht, gepogt, Balladen mitgesungen, Nackenmuskeln maximalbeansprucht und schon war das With Full Force 2016 auch schon wieder vorbei. Schade schade, denn es hat wirklich verdammt viel Spaß gemacht gehabt. Nicht nur 5FDP, die einem tollen Festival die Krone aufsetzten, sondern einfach alles. Schönes Ding! Wir freuen uns auf 2017

Tiz / Arti

About The Author

Chris

Aus München und für den Facebook- wie auch Internetauftritt mitzuständig. Beheimatet in den Bereichen Deutschrock und Metal. Ebenso aktiv als Moderator beim AGF-Radio.

Comments are closed.