DasRockt! Magazin

nulldB – Endzeit

Mel 12. Dezember 2016 ,

Sobald der Begriff „Neue Deutsche Härte“ fällt, denkt jeder sofort an Bands wie „Rammstein“ oder „Megaherz“. In Würzburg ereignete sich 2001 jedoch die eher ungewöhnliche Gründung einer Band, welche aus eben solchen Mustern ausbricht. Sänger Franky Kühnlein trat bei Stefan Raab auf und späterer Drummer Fabian Angermüller war sofort von diesem Auftritt begeistert. Da war es doch fast Schicksal, dass sich ihre Mütter kannten und die beiden so zusammen brachten. Schnell war die Gründung einer Band beschlossene Sache und kurze Zeit später schloss sich mit Mischa Matveev auch ein Gitarrist an. Matthias Hottinger komplettierte einige Zeit später das Quartett am Bass und nulldB war nun vollständig geboren.
Nachdem 2008 nicht nur der „Deutsche Rock&Pop Preis“ mit Platz 1 in der Kategorie „Heavy Metal“ gewonnen wurde, erschien auch das Debütalbum „Im Auge des Sturms“. Eine Woche vor dem 2012 prophezeiten Weltuntergang legten die Jungs dann mit einem Album nach, dessen Name nicht passender hätte sein können: Endzeit!

Eröffnet wird das Album mit „Tyrannei‘“ und beginnt sogleich mit einem starken Gitarrenriff. Wie so oft in der Szene üblich, liegt uns hier die Kritik der Gesellschaft als Songthema vor.
Über die Naivität der Menschheit handelt der Titelsong „Endzeit“. Was den Text angeht, eindeutig das perfektionierteste Stück des gesamten Albums. Zu Endzeit wurde das zweite Musikvideo während der „Night of the Jumps“ Tour gedreht, welche nulldB als Opening Act 2013 begleiteten.

Woran man sich bei nulldB jedoch gleich gewöhnen sollte ist, dass der Sinn und die Bedeutung der Lyriks für den ein oder andern sich nicht direkt offensichtlich erklären und etwas mehr als gewohnt Platz für Interpretationen lassen. Paradestück hierfür sind das doch sehr hart klingende Werk „Kinder des Zorns“ und der verträumt ruhige Song „Kaltes Herz“.
Eine Eigenschaft, welche die Musik von nulldB definitiv hörenswert macht, da die Songs somit dazu anregen, über die Texte nachzudenken.

„Versuch es doch“ animiert dazu, aus gewohnten Mustern auszubrechen. Wieder ein Beweis, dass sich nulldB beim Schreiben der Texte Gedanken machen und nicht einfach den erstbesten Aufhänger vertonen.

„Freedom!“ hört man eine Gruppe demonstrieren. Der Song „Freiheit“ fängt zwar etwas ruhiger an, doch schon bald setzen die gewohnt knallharten Gitarren ein.
Es wird perfekt demonstriert, dass die 4 Würzburger ihre Instrumente beherrschen. Der klar definierte Klang der Gitarren ist hier im Vordergrund und wird erneut durch die einzigartige Stimme von Franky abgerundet.

Beim ersten Durchlauf anscheinend noch ein Liebeslied, hat auch „Roter Regen“ einen tiefgründigen Hintergrund, welcher wahrlich nichts mit Liebe zutun hat. Ein gutes Stück ruhiger fließt dieser Song umher und zieht den Hörer nur noch weiter in den Bann von „Endzeit“.

Absolutes Muss ist jedoch der Schluss des Albums. „Die Jagd beginnt“ spielt in einer Albtraumwelt und jagt uns durch dunkle und kalte Nächte, wodurch der Adrenalinspiegel deutlich steigt. Hier holen die Jungs nochmal alle Energie aus sich heraus und landen damit ganz klar einen Volltreffer!

Das Album kommt in der Limited Edition mit 3 extra Songs und dem Musikvideo zu „Endzeit“ daher.

Einer dieser extra Tracks nennt sich „Büchse der Pandora“ und wer den Mythos kennt, ahnt schon beim Namen, dass auch hier kein „Friede, Freude, Eierkuchen“ herrschen wird.
Die Atmosphäre wird durch den Rapper „FageMC“ perfektioniert. Dessen stimmliche Klangfarbe ergänzt sich einfach super mit Franky´s rauerem Gesang. Beinahe Schlag auf Schlag wechseln sich die beiden ab und sorgen so jedes Mal aufs Neue für Gänsehaut.

Mit „Flucht“ und „Déjà vu“ endet zumindest die Limited Edition dann verhältnismäßig mit ruhigeren Tönen.

Wer harten und metallischen Sound liebt, sich nach einmaligen und recht düsteren,
aber vor allem Lyriks mit Hintergründen sehnt, der hat mit nulldB den goldenen Griff gemacht.
Keine Themen, die schon mehrfach besungen wurden…Keine Melodien, die einen an
zig andere Songs erinnern….
Die Würzburger sind einfach einzigartig mit Ihrem Stil und bleiben diesem auch treu. Nach dem Release von „Endzeit“ folgten Auftritte unter anderem auf dem „Wacken Open Air“, ein Gig mit dem legendären Alice Cooper, sowie als Tour-Support für Bands wie Stahlzeit, Betontod und Doro.

Im Sommer 2017 erscheint übrigens ihr drittes Album „Geboren in Ketten“, dazu folgen Auftritte auf „Rock Am Stück“, „Wacken Open Air“ und der Tour als Support für die ebenfalls aus Franken stammende Band „J.B.O.“ Ende des Jahres 2017.

Tracklist:
1.    Tyrannei
2.    Endzeit
3.    Roter Regen
4.    Kinder des Zorns
5.    Kaltes Herz
6.    Versuch es doch
7.    Leben
8.    Taub, Blind, Stumm
9.    Freiheit
10.    Die Jagd beginnt
Bonustracks
11.    Flucht
12.    Déjà Vu
13.    Büchse der Pandora (ft. Fage MC)
           +Endzeit Videoclip

Weitere Links:
http://www.null-db.com/
https://www.facebook.com/nulldB/?fref=ts

Videos:
Endzeit: 

Revolution: 


Punkte: 5/6

VÖ: 14.12.2012

Label: AFM Records

(Mel)

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About The Author

Mel

Ich komme aus dem kleinen und beschaulichen Saarbrücken, bin 21 Jahre alt und höre größtenteils Deutschrock & -metal.

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