DasRockt! Magazin

Meinhard – Keine Schubladen

Mona 23. Dezember 2015 Interviews
Meinhard | Credit: Outofline Music

Meinhard, ein Künstler den man nicht in eine Schublade packen kann und die Vielfältigkeit der Kunst lebt. Wir sprachen mit ihm über sein Leben als Künstler und das aktuelle Album “Alchemusic II” und die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern der Gothic-Szene.

 

DasROCKT!: Deine neue Platte „ALCHEMUSIC II – coagula“ ist gerade herausgekommen. Wie kann man sich die Produktion zusammen mit Chris Harms vorstellen?

Meinhard: Das kann man sich sehr kreativ, produktiv und effizient vorstellen. (lacht) Denn auch wenn wir viel Spaß hatten, war es doch eine ganze Menge Arbeit, bis das Album fertig war. Chris und die anderen Musiker haben da wirklich das Unmögliche möglich gemacht!

 

DasROCKT!: Wenn man sich durchliest, wer alles seinen Beitrag zum Album geleistet hat, muss man gleich an die Sperrspitze der Gothic-Szene denken (Chris Harms, Gared Dirge, Tobias Mertens (alle Lord of the Lost), Comte Caspar (Coppelius), Marcus Engel (Rabia Sorda) sowie Erik Damköhler (A Life Divided). Unterschiedlicher könnten ihre einzelnen Projekte kaum sein. Wie kann man sich den Beitrag an deinem Werk vorstellen?

Meinhard: All die Gäste auf „ALCHEMUSIC II – coagula“ haben direkt mit meinem persönlichen musikalischen Weg zu tun: entweder wir sind schon seit Jahren privat befreundet (Erik von A Life Divided), ich war Support der Bands (Coppelius, LOTL, Blutengel) oder es sind neue, spannende Zufallsbegegnungen (Marcus Engel).

Chris Harms hat die CD produziert und viele Instrumente eingespielt, Gared hat Synthesizer beigesteuert, von Tobi kommen Drums und Gitarren, Compte Caspar war an der Klarinette zugange und Marc bei einem Song an der Gitarre. Erik macht schon seit „Beyond Wonderland“ Teile der Produktion, Synthies, Gitarre und das Design und Layout in verschiedenster Form und unterschiedlichster Intensität, je nach Bedarf.

 

DasROCKT!: Auf deinem neuen Werk ist auch eine gemeinsame Nummer mit Blutengel „Kinder der Sterne“, die mir persönlich sehr gut gefällt. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Chris Pohl?
Meinhard: Vielen Dank, das freut mich sehr! Seit der ersten Begegnung (beim OOL Weekender 2014) verstehen wir uns einfach richtig gut, und sind seitdem immer wieder in Kontakt. Dann war ich ja auch Support auf der OMEN Tour, und da „ALCHEMUSIC II – coagula “ inhaltlich von spannenden alchemusikalischen Verbindungen erzählt, wollte ich Chris unbedingt dabei haben. So habe ich dann für uns „Kinder der Sterne“ geschrieben, und der Song hat Chris Pohl glücklicherweise ganz gut gefallen. (lacht) Chris hat übrigens auch noch bei „sundown(moonrise)“ Beats und Synthies beigesteuert…

DasROCKT!: Inspiriert dich heute noch die Gothic-Szene und wie siehst du selbst die Veränderung über die Jahre?

Meinhard: Ich muss zugeben, ich bin eher zufällig in der Gothic Szene gelandet, durch den Vertrag mit Out Of Line, und komme eher vom alternativen Singer/Songwriter Genre.. Musikalische Inspiration ziehe ich daher eigentlich gar nicht aus den szenerelevanten Bands … Trotzdem passt meine Musik dann doch sehr in diese Sparte, wenn man sie ein wenig offener und weiter auffasst. Aber die Szene an sich, mit ihren wunderbaren, schillernden, kreativen und offenen Fans inspiriert mich natürlich sehr, immer mein Allerbestes zu geben, um nicht zu enttäuschen. Ein Faible für extrovertierte Outfits und düster angehauchte Welten hatte ich jedoch schon immer. Auch das Okkulte und Esoterische fasziniert mich seit Kindestagen und antike Möbel und Kuriositäten aller Art aus aller Welt sind ebenfalls ein Szene tauglicher Spleen. Veränderung gehört untrennbar zu unserer Existenz, und ist auch ein bewusster, wichtiger Faktor in meiner Musik.

 

DasROCKT!: Dein Erscheinungsbild ist nicht nur durch Gothic, sondern auch Japanisch angehaucht, wie kommt dies?

Meinhard: Ich bin ein großer Freund aller asiatischen Kulturen, ganz besonders von Japan. Das war schon immer so. Ein japanischer buddhistischer Meister – bei dem ich einmal die Ehre hatte zu wohnen – hat sogar gemeint, ich habe ein japanisches Herz… Ich fühle mich in dieser sehr auf Rücksicht und Höflichkeit bedachten Kultur einfach teils mehr zuhause – außerdem bin ich Sushi süchtig.

 

DasROCKT!: Du warst selbst in Japan, wie ist dein Gefühl dort als Musiker, Künstler und deren Musikkultur?

Meinhard: Ich finde es toll wie diszipliniert und detailverliebt die Musiker dort sind. Auch macht es die Art des Musikbusiness und die Wertschätzung von Musik dort nicht so schwer wie hier in Deutschland, mit Musik zu überleben und technisch hervorragende Qualität zu liefern. Hier bei uns muss immer alles möglichst billig gehen, und für die vielen Musiker bedeutet es den finanziellen Ruin, wenn man professionell seinen Weg gehen mag, und eben nicht bei der Qualität zurückschraubt.

Die Mischung aus spielerischem Wahnsinn, hohem qualitativen Niveau und seelischer Tiefe finde ich in Japanischer Musik und Kunst besonders reizvoll.

 

DasROCKT!: Braucht die Szene mehr Paradiesvögel?

Meinhard: Die Welt kann allgemein nicht genug an Paradiesvögeln haben! Meine Theorie: wir alle haben paradiesisches Potential, nur haben wir vielleicht nicht alle den Zugang dazu. Meine Mission: das zu verändern und jedem den Vogel zeigen – also den inneren, paradiesischen, eigenen. In den aktuellen ALCHEMUSIC CDs ist dieser Symbolhaft das „Gold der Seele“ zu sehen.

 

DasROCKT!: Dein Album „Beyond Wonderland“ war sehr erfolgreich. Nervt es dich immer wieder auf die „Alice im Wunderland Sache“ angesprochen zu werden oder macht es dich vielleicht sogar stolz, dass dieses Album so geprägt ist in den Köpfen?

Meinhard: Das nervt mich überhaupt nicht! Schließlich liebe ich das Wunderland und habe mich genau deshalb für mein erstes Album rückhaltlos dorthin begeben! Songs wie „MaD As A HaTTer“, „Pig&Pepper“ und viele andere aus „Beyond Wonderland“ gehören zum festen Bestandteil jeder „Meinhard“ Show, und ich freue mich jedes Mal aufs Neue, sie zu präsentieren – verrückte Hüte und fliegende Schweine inbegriffen!

 

DasROCKT!: Was passiert in Zukunft mit dir, wo dürfen wir dich beispielsweise live begutachten?

Meinhard: Derzeit arbeite ich schon an neuen Songs und der Umsetzung des nächsten Albums, aber zunächst bleibt es live musikalisch alchemistisch. Hier möchte ich allen das Konzert am 15.04.2016 im Spectaculum Mundi in München ans Herz legen. Dort findet schon seit einigen Jahren das Musica Antiqua Viva Festival statt, wo sich mittlerweile schon beinahe traditionell die verrückte Meinhard Tee Gesellschaft für ein besonders ausführliches und sehr familiäres Meinhard – Live – Konzertereignis trifft.

(Mona)

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Mona

Ich bin Mona, rockig und mit Leib und Seele in der Musik. Auf Festivals wie auch Konzerte trifft man mich im Deutschrock-, Hardcore-, Alternative-Bereich um die neuesten Berichte für Euch zu besorgen.

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