DasRockt! Magazin

Drop Out Chaos – Nichts ist so beständig wie der Wandel

Thomas 1. Dezember 2017 Interviews

Drop Out Chaos geben es unverhohlen zu: sie geben uns Interviews um Aufmerksamkeit zu bekommen. Frech, aber sicherlich effektiv! Ihr könnt hier selber lesen, was die Jungs aus Berlin uns zu sagen haben.

DasROCKT!: Für all die Menschen dort draußen, die euch noch nicht kennen, beschreibt eure Musik doch einmal.

Drop Out Chaos / Dennis: Hallo Dani, schön mal wieder von euch zu hören. Um es kurz und knapp auf den Punkt zu bringen: Deutsche Rockmusik. Wir haben zwar nicht die beste Ausdrucksweise, aber dafür eine sehr direkte und ehrliche Art und Weise, unsere Sicht der Dinge auf den Punkt zu bringen.

DasROCKT!: Wie wichtig ist es heutzutage, seinen Stil zu finden und diesen Weg auch stetig zu verfolgen?

Dennis: Stil hin, Stil her; unter dem Strich kommt es im Leben drauf an, sein Ding durchzuziehen, um glücklich zu sein. Ich habe mich noch nie im Leben einem bestimmten Stil bzw. einer Modeerscheinung unterworfen. Um es mit Darwin‘s Worten zu sagen: Nichts ist so beständig wie der Wandel (oder so ähnlich). Bei jedem Album habe ich auf etwas anderes Bock bzw. lasse mich von anderen Inspirationen lenken. Das Können wächst natürlich auch mit Jahren, um das wiederzugeben, was einem im Hirn herumschwirrt. Unter dem Strich geblieben ist die handgemachte Musik. Das ist vielleicht das, was man hier als Stil sehen kann.

DasROCKT!: Zwischen „Wo geht die Reise hin“ und eurem neuen Album „Apocalypse“ liegen ungefähr 5 Jahre. Habt ihr euch bewusst für eine längere Schaffensphase entschieden?

Dennis: Für eine Band sind 5 Jahre ohne ein neues Album eine sehr lange Zeit, vielleicht sogar ein Todesurteil. Dennoch sind wir lebendiger als je zuvor, sind weiser geworden und gehen vor allem viel überlegter mit den Sachen bzw. Hindernissen um. Wo ich früher eine Abrissbirne geholt habe, um den Weg frei zu räumen, denke ich mittlerweile lieber zwei Mal nach, bevor durch die Trümmer der Weg endgültig versperrt ist. Nun ist nicht so, dass in den letzten 5 Jahren nichts passiert ist: Da wir fußballverrückt sind und unser Herz u.a. für Manchester United schlägt, gab es da 2013 in Zusammenarbeit mit TRGMUG das Projekt „DOC United“ mit einer Singleveröffentlichung. 2015 haben wir unsere erste Live Platte nebst Live-DVD „10 Jahre – Live in Berlin“ auf den Markt geschmissen und 2016 guten Freunden zum 40 jähren Clubjubiläum eine Platte unter dem Projekt „DOC East-Crew“ gewidmet. Daneben wurde noch geheiratet, Kinder gezeugt und ein wenig gearbeitet (lacht).

DasROCKT!: Wieso ist „Apocalypse“ euer bislang stärkstes Album?

Dennis: Für jede Band ist das aktuelle Album immer das Beste, da ist es bei uns nicht anders (lacht). Was uns von vielen negativ, primitiv oder als aggressiv vorgeworfen wird, ist bei uns eine Lebenseinstellung, die auf der Platte zum Ausdruck kommt. Ich halte nicht meine Fresse, wenn einer nicht die Wahrheit hören will. Ich schreie nicht nur stumpfe Durchhalteparolen, wie manch andere Vollpfosten. Ich will Menschen Mut machen, die ganz unten sind, da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie es ist, vor dem Nichts zu stehen. Das ganze machen wir nicht auf Latein oder frisch gebügeltem Deutsch, sondern so, wie wir es für richtig halten.

DasROCKT: Wo zieht ihr die Energie/Inspiration für eure Texte?

Dennis: Ganz einfach: Ich öffne früh die Augen und gehe nicht blind durch die Welt.

DasROCKT!: Bei welchen Songs schlagen eure Herzen aus musikalischer Sicht besonders in die Höhe und warum?

Dennis: Dadurch, dass die Platte viel Zeit zum Wachsen hatte, hat sie natürlich 100% von allem. Das klingt vielleicht arrogant, ist aber so. Die Scheibe zündet bestimmt nicht gleich bei Jedem und auch nicht beim ersten Durchgang. Ich denke aber, sie ist etwas Besonderes und braucht ihre Zeit um Früchte zu tragen. Ich kann sie mir von vorn bis hinten anhören und bin zufrieden; das ist 100% DOC. Wir müssen Niemanden etwas beweisen, wir müssen Niemanden gefallen. Wir müssen nur das machen, was uns glücklich macht.

DasROCKT!: Wenn du drei Songs von dem Album thematisch hervorheben müsstest, welche wären das und warum?

Dennis: Als erstes gleich den Opener „Dagegen“. Ich habe eine tiefe Abneigung gegen körperliche sowie psychische Unterdrückung. Ich hasse Besserwisser, Tyrannei und selbsternannte Übermenschen. Ich bin ein sehr stolzer aber fairer Mensch und versuche psychisch und physisch Schwachen halt und Mut zu geben. Das ist das, was der Song aussagen soll. Song zwei: Führungsriege: Der Song haut in eine ähnliche Kerbe und richtet sich gegen Menschen in Führungspositionen, die sich die Taschen füllen. Song drei: Das Outro. Ich hätte nicht gedacht, dass wir so etwas einmal hinbekommen. Ich würde gerne mehr davon machen, aber dann bekomme ich Ärger mit Atze und Martin (lacht).

DasROCKT!: Wie entstand die Zusammenarbeit mit Soifass?

Dennis: Ich habe den Song „du musst hart sein“ geschrieben, ein Demo aufgenommen und Atze vorgespielt. Wir hatten beide sofort denselben Gedanken: Der Refrain muss von Victor gesungen werden, der passt einfach zu seiner Stimme. Da wir eh mit der Band befreundet sind, gab es einen Anruf und zack waren wir im Studio.

DasROCKT!: Habt ihr bei den Aufnahmen zum Album im Studio etwas verändert oder was ganz Neues gewagt?

Dennis: Da Micha von Anticops (hat die beiden Vorgängeralben produziert) zurzeit im Recording nicht aktiv ist, haben wir zwangsläufig ein neues Team zusammengestellt und das Studio gewechselt, was sich natürlich auf den Sound auswirkt und im Ergebnis eine gute Sache war. Bei Apocalypse haben wir vor allem viel Wert auf Melodie in der Stimme und in den Gitarren gelegt.

DasROCKT!: Wie versucht ihr auf euch aufmerksam zu machen?

Dennis: Wir geben bei euch Interviews 😉 Ne im Ernst, wir machen das sehr sehr wenig, was sich auch der Grund ist, dass Leute nicht auf uns aufmerksam werden. Wir sind auch nicht die Typen, die sich hinstellen a`la „Hallo Welt, hier sind wir“. Wir haben auch nicht das Bedürfnis im Rampenlicht zu stehen. Für uns ist all das hier unser Hobby, was uns ab und an aus dem normalen Leben ausbrechen lässt. Einige würden es Doppelleben nennen ;).

DasROCKT!: Welche Vorbilder haben euch zur Musik gebracht?

Dennis: Als bei mir waren es ganz klar die Onkelz.

DasROCKT!: Wie geht es 2017 und darüber hinaus mit euch weiter?

Dennis: Wir haben mit Martin einen neuen Basser an Board, der uns mächtig in den Arsch tritt, ordentlich Dampf in allen Gassen macht und seine Spuren hinterlassen will. Das bringt nach 13 Jahren Bandgeschichte viel frisches Blut in die Band. Daher sitzen wir momentan schon an dem Nachfolger von Apocalypse, den wir hoffentlich im nächsten Jahr veröffentlichen. Das ist momentan der Stand der Dinge bei uns. Vielen Dank Dani, für das Interview und das Interesse!

(dani)

Teil es!Share on Facebook0

Like this Article? Share it!

About The Author

Stütze der Nation und Go Go Tänzer bei Let´s Dance! Ansonsten ganz verträglich!

Comments are closed.