DasRockt! Magazin

Rock Im Park – Dem Terror keine Chance!

Thomas 31. Oktober 2017 Konzertberichte, Magazin

Rock im Park

Zepplinfeld Nürnberg

02.-04. Juni 2017

Dem Terror keine Chance!

Was wurde nicht vorher über die Sicherheitsmaßnahmen von Rock im Park (Keine Taschen/Rucksäcke/Getränke…) geschimpft und trotzdem gab es einen kurzen Schreckensmoment, als es hieß, dass das Zwillingsfestival Rock am Ring wegen einer Gefährdung vorerst abgebrochen wurde. Terror möchte in erster Linie eins, Angst verbreiten und uns den Spaß am Leben nehmen. Und was machten die Besucher in Nürnberg? Genau das Gegenteil, ein Mittelfinger für all die Menschen, die uns die Freude an der Musik nehmen wollen. Friedlich und ausgelassen wurde gefeiert und ein geniales Billing setzte dem Wochenende noch die Krone auf.

Musik verbindet und bei keinem anderen Festival in Deutschland wird das so zelebriert wie bei Rock im Park und Rock am Ring. Das zeigte auch direkt der erste Tag während es in der Alternarena mächtig auf die Mütze gab mit dem Highlights SUICIDE SILENCE und SLEEPING WITH SIRENS, wo die Hardcore Fetischisten definitiv auf ihre Kosten kamen, spielte sich auf der Park Stage und Zeppelin Stage ein buntes Programm zwischen Hip Hop, Rock und Indie ab.

Die DONOTS eröffneten würdig und mit klarer Messsage gegen Rechts die Zeppelin Stage. Mitgebracht hattet sie eine gute Mischung aus alt und neu. So gab es z.B „Stop the Clocks“ oder „Dann ohne mich“ vom noch aktuellen Album Karacho zu hören. Zur Freude der Besucher gab es dann auch noch die ganz frische Single „Keiner kommt hier lebend raus“ ehe alles mit dem Cover „Were Not Gonna Take It“ mit crowdsurfenden Sänger Ingo endete.

So darf es gerne weiter gehen und so ging es auch weiter… Nicht nur das Wetter zauberte allen ein fettes grinsen im Gesicht auch bei der darauf folgenden kanadischen Punk-Band SUM 41 gab es zufriedene Gesichter. Ab jetzt wurde es auch sportlich in den vorderen Reihen. Circle Pits und Crowdsurfer vermischten sich mit der springende Masse. Kein Wunder, denn SUM 41 wusste genau wie man Parkrocker zum ausrasten bringt. Immer wieder wurden Metal-Klassiker angespielt und Legenden gefeiert. So gab es z.B ein kurzes „Paranoid“ von BLACK SABBATH oder ein angespieltes „Master of Puppets“ von METALLICA. Das auch ruhige Nummern prima funktionieren, selbst wenn die Zeit eigentlich rennt, zeigte die Band mit dem Stück „Pieces“. Kollektives Ausrasten bei den ersten Tönen des letzten Tracks „Fat Lip“ was scheinbar alle anwesenden noch immer auswendig konnten. GROSSARTIG!

RAVENEYE zeigte dann wieder, dass man auch immer ein Auge auf die Alternarena haben sollte! Powerrock gepaart mit Blues Elementen und einer energischen Show luden die Headbanger und Circle Pit Sportler zum abgehen ein.

Interessant war auch, dass bei der folgenden Band THE RAVEN AGE (Ja schon wieder ein Rabe) die Halle gut gefüllt war. Ob es daran lag dass der Sohn von Steve Harris (IRON MAIDEN) George Harris die Saiten zupfte? Eher nicht, denn THE RAVEN AGE weiß auch so zu überzeugen. Die Engländer bringen astreinen Melodic Metal auf die Bühne und luden damit ebenfalls zum harten Kopfnicken ein.

Auf der Zeppelin Stage feierte derweil WIRTZ sein 10 jähriges Bühnenjubiläum und bedankte sich des öfteren beim feierwilligen Publikum. Nach kurzem durchatmen und einigen ruhigen Nummern durften jetzt wieder die Tanzschuhe angezogen werden. BEATSTEAKS eine der besten live Bands aus Deutschland brachten die Temperatur schon fast zum Siedepunkt. „Hello Joe“, „Let Me In“ oder Kracher wie „I Don’t Care As Long As You Sing“ die Jungs hatten mächtig Bock! Aber kein Wunder nach zwei Jahren Festival Abstinenz wollte man es wieder allen zeigen. Und weil man schon in Feier-Laune war, spielte man eben noch fix „Ace Of Spades“ von MOTÖRHEAD und schickte rockige Grüße Richtung Himmel. Als man dann auch noch den Hosen Hit „Wünsch dir was“ anspielte, konnte man schon ahnen, was der Abend noch bringen sollte.

Das neue aufgestellte Riesenrad leuchtete schon prachtvoll im Dunkeln und symbolisierte damit, dass der Tag sich langsam zum Ende hin neigt. Zeit für den Headliner, Zeit für die TOTEN HOSEN. Falls jemand wirklich dachte, dass die gestandenen Männer langsam zu alt für den Scheiß sind, wurde eines besseren belehrt. Mit dem „Urknall“ ging es los und auf diesen folgte ein knall nach dem anderen. Ein wilder Mix aus alten Klassiker wie „Liebesspieler“ oder „Bonnie & Clyde“ und ganz neuen Songs wie „Laune der Natur“ oder „Die Schöne und das Biest“ brachten die Masse zum schwitzen und ausrasten. Bemerkenswert, dass selbst bei den neuen Songs keiner ruhig blieb und sich die Kehlen immer heißer anhörten. Stimmungshöhepunkte waren definitiv „Hier kommt Alex“ und „Wünsch dir was“. Ein Zugabenset beinhaltet drei maximal vier Songs? VON WEGEN! Sage und schreibe elf Songs gab es oben drauf, was dazu führte, dass man ganze 30 Minuten länger spielte wie eigentlich angegeben. DIE TOTEN HOSEN müssen eigentlich niemanden mehr etwas beweisen, aber dennoch haben sie es wieder allen gezeigt wie es geht! Eine nahezu perfekte Headlinershow.

Wer jetzt tatsächlich noch Luft hatte, quetschte sich noch vor die übervolle Park Stage wo KRAFTKLUB ihr fettes Live Programm abzog. Die Stimmung von der Zeppelin Stage wurde eigentlich direkt rüber transportiert, denn auch hier gab es kein halten. Mit „Spring aus dem Fenster“ und „Sklave“ wurden auch direkt neue Songs ins Live Programm aufgenommen die genauso zündeten wie Ihre Hits „Songs für LIAM“ oder „Schüsse in die Luft“. Und aus der Kategorie „Dass hab ich ja noch nie gesehen“ Ein Sänger der auf der Bühne crowdsurft.

Am zweiten Festivaltag hatte die erste Band CODE ORANGE auf der Zeppelin Stage mit dem Vortag zu kämpfen, denn scheinbar hatten wohl die meisten Besucher zu lange gefeiert, was dazu führte, dass lediglich zwei bis dreitausend Besucher vor der Bühne standen. Diese jedoch feierten die Band mehr als nur ordentlich ab!

GOJIRA hatte dann den Wettergott als Gegner, denn der meinte es nicht gut mit Ihnen und schickte einen Wolkenbruch Richtung Festivalgelände. Aber echte Parkrocker lassen sich davon nicht beeindrucken und so füllte sich das Infield sogar und die Franzosen konnte Ihren dunklen Sound zum besten geben. Man merkte schon früh am Tag, dass es heute etwas ruppiger und härter wird. Hardrock n Roll aus Australien wurde direkt danach auf der Zeppelin Bühne zelebriert. Und nein kein AC/DC, aber fast! Denn AIRBOURNE muss sich keineswegs vor Ihren Vorbildern verstecken. Es wird mit Dosenbier gespritzt, ein Bad in der Menge genommen, ja selbst einige Frauen im Publikum ziehen Blank. Alles Klischeehaft, aber dennoch mitreißend und eben pure Rock ’n‘ Roll.

Komplett im Arsch waren sicher die wenigsten zu dieser Zeit aber den gleichnamigen Song von FEINE SAHNE FISCHFILET grölten etliche tausend Menschen auf der Park Stage mit. Eine der Überraschungen des Festivals, zumindest was Besucherzahl und Abgehfaktor angeht. Es war schon ordentlich voll vor der Bühne als die Punks aus Meck-Pomm Ihre Klassiker zum besten gaben. Mit einladenden Ska-Songs brachte man Feier-Stimmung aufs Gelände. Samt Schlauchboot ging es dann noch zum Crowdsurfen und das obligatorische biergespritze durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Auf der Hauptbühne durften die Parkrocker dann einen der wohl begnadetsten Sänger unserer Zeit lauschen. Myles Kennedy von ALTER BRIDGE tat einfach das, was er am besten kann. Er schmetterte einen Hit nach dem anderen mit seinem Gesangorgan den Fans entgegen. „Blackbird“, „Isolation“ und natürlich „Rise Today“ durften in der Setliste nicht fehlen. Man kann sich nur verneigen vor so einem grandiosem Auftritt. Was dann aber geschah, sollte wirklich alles toppen! PROPHETS OF RAGE ehemals RAGE AGAINST THE MACHINE spielten das erste mal in dieser Besetzung in Europa.. UND WIE! Es grooved, der Bass drückt und jeder Drum-Schlag sitzt! Was die Festival Besucher hier erleben dürfen, ist jeden Cent Ihrer Eintrittskarte wert. Was hier gespielt wird, ist Musik nahe der Perfektion.

Hochgesteckt Fäuste und energiegeladenes bouncen und springen im Publikum.

Auf der Bühne Hits der legendären RATM Zeiten. Es ballert „Testify“,“Take The Power Back“und „Killing In The Name“ durch die Boxen. Emotional soll es dann auch noch werden als man Serji Tankian auf die Bühne bittet um mit ihn den kürzlich verstorben Soundgarden Sänger „Chris Cornell“ in Form eines Covers zu Ehren. Ganz großes Kino!

Als Headlines des Abends folgte dann SYSTEM OF A DOWN. Und die hatten es nicht leicht, denn nach dem grandiosen Auftritt von PROPHETS OF RAGE waren die Zuschauer ziemlich verwöhnt. Die Stimmung blieb aber oben, was daran lag, dass die Band einfach eine große Fan Base in Deutschland hat und hier jeder Song gefeiert wurde. Auch wenn nicht jeder Ton auf der Bühne saß, brachten Hits wie „Figaro“, „Radio/Video“,“Toxicity“ oder „Bounce“ die Masse zum ausrasten.

Auf der Park Stage gab es dann nochmal richtig Party! Schuld daran war MACKLEMORE & RYAN LEWIS die mit krasser Show, etlichen Tänzern und einer Art Best Of bei dem Publikum punkten konnten.

Der letzte Tag von Rock im Park begann bei DasRockt! mit einer ordentlichen Packung gute Laune! SONDASCHULE auf der Zeppelin Stage. Zwar hatten auch die beliebte SKA Band mit der frühen Uhrzeit zu kämpfen, aber es gibt nur wenige Bands, die es schaffen schon so früh die Menschen zum tanzen zu bewegen. SONDASCHULE aber ist ein Phänomen was das angeht, hier kann man einfach nicht ruhig stehen bleiben!

Als nächstes kündigten sich SKINDRED mit dem „Imperial March“ aus Star Wars an. Mit dem typischen Mix aus Reggae, Metal und Hip Hop schafften sie es schon einige Zehntausend vor die Bühne zu zerren. Sänger Bennji Webbe animierte die Fans ständig zum mitmachen und bouncen, bis auch der letzte sich von der guten Laune anstecken lies. „Rat Race“, „Under Attack“ durften genauso wenig wie „Warning“ auf der Setliste fehlen.

Laut und melodisch sollte es auch weiter gehen auf der Zeppelin Stage. Die Schweden IN FLAMES hauten den Parkrockern ihre Hits wie „Only For The Werk“ um die Ohren. Dazu bildeten sich ordentliche Circle Pit Kreise und der Vorplatz wurde einmal umgepflügt.

Etwas vorverlegt wurde der Gig von der Britpop Ikone LIAM GALLAGHER. Markante Stimme und eine eher verhaltene Bühnenpräsenz brachten die Leute zwar nicht direkt zum ausrasten, aber bei einigen OASIS Songs konnte man schon Stadionhymnen Atmosphäre genießen. Die ganz großen Hits wie „Wonderwall“ und „Don’t Look Back in Anger“ von OASIS wurden leider nicht gespielt. Dennoch ein grandioser Künstler mit ganz eigener Aura.

Ordentlich eins um die Ohren gezimmert bekam man dann von FIVE FINGER DEATH PUNCH, welche die Zeppelin Stage nochmal zum beben brachten. Pogo, Circle Pits und grölende Parkrocker zierten das Infield. Dass es Sänger Ivan Moody aber auch ruhig kann, beweist er in der Mitte des Sets als er begleitet von nur einer Akustikgitarre die Songs „Wrong Side Of Heaven“ und „Remember Everything“ von sich gab. Gänsehaut dicht gefolgt vom lauten Chorus der Fans.

Es wird Eng vor der Stage nur noch ein Slot bis RAMMSTEIN und den hatten sich die BROILERS erobert. Die Jungs aus Düsseldorf machen es Ihren Kollegen von den TOTEN HOSEN gleich und liefern eine hervorragende Punk Show ab. Mit guten Ansagen und einem WIR Gefühl feiert man Song um Song. Auf der Setliste finden sich sowohl alte Hits wie „In 80 Tagen um die Welt“ als auch neue Gassenhauer wie „Keine Hymen Heute“.

Nun ist es soweit, der auftritt von RAMMSTEIN worauf sicher die meisten Anwesenden schon das ganze Wochenende gewartet haben. Für Leute mit Platzangst war es jetzt definitiv der beste Zeitpunkt sich bei anderen Bühnen umzusehen, denn hier war gerade noch Platz zum Atmen da. Die Leinwand zeigte einen Countdown von 60 Sekunden runter, der Vorhang fällt und die Show kann los gehen. Und ein RAMMSTEIN Konzert ist auch eher eine Show aber eine Show die zum mitmachen einlädt und auf der ganzen Welt begeistert. Pyro Elemente sowie aufwendige Bühnen Inszenierungen gehören bei den Berlinern einfach dazu. Till Lindemann verliert wie immer kein einziges Wort auf der Bühne außer dem gesungenen. Aber das muss er auch nicht, wie eine gut geölte Maschine ziehen die Jungs Ihr Programm auf hohem Niveau durch und reißen jeden Fan mit. Lautstark wird bei „Keine Lust“ „Du Hast“ und „Mein Herz Brennt“ mitgesungen. Und wie es der RAMMSTEIN Fan gewohnt ist, endet alles mit einem der wohl bekanntesten Songs der Band „Gott weiß ich will kein Engel sein“. Hier wird Till in Flügel gepackt die gegen Ende des Songs zu Flammenwerfern werden. Spektakulär, fantastisch und eines Headliners würdiger Show!

Als letzter Künstler des Festivals auf der Park Stage, durfte MARTERIA den Parkrockern die letzten Kraftreserven aus den Adern ziehen. Nachdem er noch am Mittag sein ausgefallenes Ring Konzert nachholte und per Privat-Flugzeug zu Rock im Park beförderte wurde, blieb ihm nicht viel Zeit zum Ausruhen. Er scheint aber ziemlich gut in Form zu sein, denn von Müdigkeit war hier keine Spur zu sehen.

Und das färbte sich auch auf das Park-Publikum ab und so konnte das Festival mit guter Laune und völliger Zufriedenheit zu ende gehen.

Alles in allem war es auch dieses Jahr ein freundliches friedliches Festival, mit musikalischen Leckerbissen und Highlights, welche auch der Terror nicht stoppen konnte!

Wir sehen uns 2018 und dann heißt es wieder #DasRockt!imPark

(Arti)

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Stütze der Nation und Go Go Tänzer bei Let´s Dance! Ansonsten ganz verträglich!

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